Auf Kreuzfahrt: Kanadas Ostküste und die maritimen Provinzen

Werbung/unbezahlt. Hätte mir vor einem halben Jahr jemand gesagt, dass Neufundland, Labrador und Nova Scotia meine nächsten Reiseziele sein werden, hätte ich ihn vermutlich ausgelacht. Auf meiner Reise-Bucket-List kamen diese Orte überhaupt nicht vor. Ich gebe sogar zu, dass ich bis vor einer Weile nicht einmal wußte, wo genau auf der Landkarte ich hätte suchen müssen.

Eher zufällig hat es uns diesen Sommer dann doch auf die andere Seite des Atlantiks verschlagen. Genauer gesagt an die Ostküste Kanadas und die Atlantikprovinzen Neufundland mit Labrador, Prince-Edward-Island und Nova Scotia.

Kanada ist ja bekanntlich groß, und weite Distanzen lassen sich, zumindest entlang der Küste, am besten per Schiff bewältigen. In diesem Fall per Kreuzfahrtschiff, mit der AIDAvita.

Die Reise entdeckte Sarah, die als einzige unserer 3 Kids noch mit uns verreisen wollte bzw. konnte. Die beiden Großen hatten andere Pläne und hatten sich ausgeklinkt. Für Sarah war es natürlich wichtig, im Urlaub gleichaltrige Freunde zu finden. Nur mit den „Alten“ unterwegs zu sein, ist für einen Teenager nicht prickelnd.

In Frage kam also nur ein Urlaub in einem Club, wie Aldiana oder Robinson. In der Hauptferienzeit sündhaft teuer, und so gar nicht unser Ding. Sarah kam dann auf die Idee, sich auf der Website von AIDA umzusehen. Als Sarah die Kanada-Kreuzfahrt entdeckte, war sie Feuer und Flamme, und steckte uns mit ihrer Begeisterung an. Mitte Juli war es dann soweit…

Die Reise versprach, die Interessen aller Familienmitglieder unter einen Hut zu bringen: Ein neues Land und interessante Städte zu entdecken, Naturerlebnisse, chillen, leckeres Essen, nette Leute kennenlernen… Und speziell für Sarah: Im AIDA Teens Club gleichaltrige Freunde finden.

Unsere 14-tägige Kreuzfahrt startete und endete in Montreal. Wir reisten zwei Tage früher an, damit wir genügend Zeit hatten, die Stadt zu erkunden, bevor es aufs Schiff ging.

Die ersten Tage in Montreal

Die Skyline, fotografiert vom Montrealer „Hausberg“ Mont Royal, läßt vermuten, dass man hier New Yorker Verhätnisse vorfindet. Aber weit gefehlt. Montreal ist trotz 1,6 Mio. Einwohnern eine gechillte Stadt, die mit dem hektischen New Yorker Flair nicht viel gemeinsam hat. Besonders auffällig waren die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Leute hier. Das ist uns nicht nur in Montreal aufgefallen, sondern überall, wohin uns unsere Reise führte.

Montreal Kanada

Wir hatten enormes Glück mit dem Wetter. hochsommerliche 30 Grad, meine Wohlfühltemperatur! Nur an jenem Nachmittag zogen dicke Regenwolken auf, gerade als wir die Aussicht vom Mont Royal über die Stadt genießen wollten. Montreal hat eine wunderschöne Altstadt, mit idyllischen Gässchen und Plätzen, kleinen Geschäften, gemütlichen Kneipen und Restaurants. Und mit stylischen Rooftop Bars. Eine war uns besonders ans Herz gewachsen, denn von der Dachterrasse aus hatte man einen tollen Blick über den Hafen und die Altstadt. Umgeben von hohen, modernen Gebäuden steht eines der Wahrzeichen Montreals: Die mächtige Basilika Notre Dame aus dem 19. Jahrhundert (siehe Bilder  oben). Kirchen mit dem Namen `Notre Dame´ sollten uns im Verlauf unserer Reise noch öfter begegnen. Aber keine Angst, ich habe sie nicht alle fotografiert 🙂

Montreal Skyline
Ein Blick auf Montreal vom Hafen aus

3 Fun-Facts über Montreal:

  • Im eisigen Winter spielt sich das Leben in Montreal unter der Erde ab. In 10 Meter Tiefe befindet sich die größte Untergrundstadt der Welt, die „Ville Souterraine“. Hunderte Rolltreppen führen hinab ins Labyrinth mit kilometerlangen Fußgängertunneln, Ladenpassagen, Bars, Kinos, Restaurants und den Metro-Stationen. Während draußen eisige Temperaturen herrschen und Schneestürme toben, sind hier unten die Leute gechillt mit T-Shirt und Sneakers unterwegs. Die meisten Gebäude in der Downtown, Bürohochhäuser, Hotels und Malls sind über die unterirdischen Gänge erreichbar. Klingt ein bisschen nach Science Fiction, oder?
  • Eine beliebte montrealer Fast-Food-Spezialität ist die „Poutine“. Das sind Pommes Frites in Bratensauce mit Cheddarkäse überbacken. Man kann sie fast in jedem Restaurant bestellen, es gibt sie sogar bei McDonalds. Für meine Begriffe eine etwas matschige Angelegenheit.
  • Stadt der Superlative: Montreal ist die zweitgrößte Stadt in Kanada und eine der fünf größten französischsprachigen Städte der Welt. In Montreal gibt es, nach New York, die meisten Restaurants in ganz Nordamerika. Zwischen der höchsten Temperatur im Sommer und der niedrigsten gemessenen Temperatur im Winter beträgt der Unterschied ca. 80 Grad Celsius.

Die Kreuzfahrt beginnt – die AIDA legt ab.

Nach zwei entspannten Sightseeing-Tagen in Montreal ging es aufs Schiff. Die AIDAvita lag im Hafen am Kreuzfahrt-Terminal, das sich direkt unterhalb der Altstadt befindet.

Die AIDA vor der imposanten Skyline Montreals
Ein letzter Blick zurück, bevor die Stadt am Horizont verschwindet.

Am nächsten Abend legte die AIDAvita ab. Montreal liegt am Sankt-Lorenz-Strom, der ca. 1.000 km weiter östlich in den Atlantik mündet. Die AIDAvita ist eines der kleineren Schiffe der AIDA-Flotte. Auf dem breiten, aber mancherorts sehr flachen Sankt-Lorenz-Strom können keine großen Kreuzfahrtschiffe fahren.

Abends fand die traditionelle Willkommensparty an Deck mit Varietéprogramm, Lasershow und Sektempfang statt. Der erste Abend an Bord ist der schönste. Man hat den ganzen Urlaub noch vor sich, und die Vorfreude ist riesig. Erste Kontakte werden geknüpft, man lernt ruckzuck nette Leute kennen. Die meisten AIDA-Reisenden sind kommunikativ und aufgeschlossen. Wenn man lieber für sich sein möchte ist das aber auch kein Problem.

AIDAvita
Partytime auf Deck. Auf der AIDA kommt das Nachtleben nicht zu kurz. Wer möchte, kann jeden Tag feiern und Party machen.

Am nächsten Morgen erreichten wir das erste Etappenziel, „Ville de Québec“.

Beim Einlaufen in den Hafen ist Québecs Wahrezeichen nicht zu übersehen: Hoch oben über der Altstadt thront das mächtige Luxushotel `Fairmont Le Chateau Frontenac´.

Halifax Kanada
Wahrzeichen von Quebec ist das riesige Luxushotel, das über der Altstadt thront.

Die Altstadt von Quebéc ist wunderschön. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz mit immerhin 812.000 Einwohnern wirkte auf uns wie eine gemütliche Kleinstadt. Auch in dieser Großstadt ging es erstaunlich gechillt zu, trotz vieler Touristen, die in den Altstadtgässchen unterwegs waren.

Zirka 30 km außerhalb der Stadt befindet sich der Parc de la Chute-Montmorency, wo es u. a. einen beeindruckenden Wasserfall zu bewundern gibt. Eine der Parkattraktionen ist die 300 m lange Zipline, die über den Wasserfall führt. Ein Erlebnis, dass sich Sarah, die sich bereits mit einem anderen Mädchen angefreundet hatte (juhu, der Urlaub war gerettet!), nicht entgehen lassen wollte. Es sollte nicht die letzte Zipline-Tour auf dieser Reise bleiben…

Der Parc de la Chute-Montmorency ist hauptsächlich wegen des riesigen Wasserfalls ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Panoramablick über den Sankt Lorenz Strom ist fantastisch. Leider konnten wir nur einen Tag im wunderschönen Québec verbringen. Auf einer Kreuzfahrt kommt man weit herum und sieht vieles, aber tiefer eintauchen ist leider aufgrund der kurzen Liegezeiten kaum möglich. So hieß es dann am Abend wieder `Leinen los´ und wir mußten Quebéc „au revoir“ sagen.

3 Fun Facts zu Quebéc

  • Damit die Einwohner im langen, kalten Winter nicht depressiv werden, finden ganz viele Feste und Veranstaltungen statt. Über die Grenzen hinaus bekannt ist der „Carnaval de Québec“, welcher der größte Winterkarneval der Welt ist.
  • Die Einwohner Quebécs sind stolz auf ihre französische Herkunft. „Je me souviens“, was soviel heißt wie „Ich erinnere mich“ ist der Leitspruch, der auf jedem Autokennzeichen steht. Die Amtssprache der gleichnamigen Provinz ist französisch, und nur ca. 1/3 der Bevölkerung spricht und versteht englisch.
  • Zirka 6 Monate im Jahr liegt Quebec unter einer dicken Schneedecke. Die Temperaturen betragen ab Dezember bis Ende April durchschnittlich minus 10 Grad, wobei die Temperaturen auch gelegentlich bis zu minus 40 Grad fallen können.


Beim Auslaufen wird immer kräftig fotografiert. Manche gönnen sich aber auch ganz entspannt einen Drink an Bord und beobachten, wie die Skyline langsam hinter dem Horizont verschwindet. Die Sonnenuntergänge auf dem Wasser sind traumhaft schön.

Die Sonnenuntergänge auf dem Meer sind einmalig. Jeden Abend bot sich uns ein faszinierendes Naturschauspiel.

Unspektakulär war der nächste Hafen, den das Schiff ansteuerte: Saguenay. Es gab nicht viel zu sehen, und der Hafen lag weit außerhalb der Stadt, so dass wir nur ein bisschen am Meer spazieren gingen. Mein Handy hatte ich auf dem Schiff vergessen, so dass es von diesem Stopp auch keine Fotos gibt.

Der erste Seetag – wir erreichen den Atlantik.

Der nächste Tag war ein Seetag. Das heißt, die AIDAvita legte nirgends an und fuhr durch bis zum nächsten Ziel. Seetage sind ideal, um sich von den Sightseeing-Trips der Vortage zu erholen. Man kann zum Beispiel in einem Liegestuhl an Deck entspannen, ins Fitness-Studio gehen, eines der zahlreichen Wellness-Angebote nutzen oder in der Bordboutique shoppen gehen. Außerdem gibt es ein Unterhaltungsprogramm mit Vorträgen über Land und Leute, Filmvorführungen, Kunstausstellungen und -auktionen etc. Langweilig wird es einem auf der AIDA bestimmt nicht.

Anders als auf dem offenen Meer war die Fahrt durch den Sankt-Lorenz-Strom sehr abwechslungsreich, da vom Schiff aus beide Uferseiten zu sehen waren. Man fährt an kleinen Ortschaften vorbei, an endlosen Wäldern und pittoresken Felslandschaften. Wie man auf den Fotos unten sieht, hatten wir bisher großes Glück mit dem Wetter. Es war zwar recht kühl, aber sonnig und der Himmel zeigte sich fast wolkenlos.

Enstpanung auf See. Heute wird nichts besichtigt, zu sehen gibt es nur das weite Meer.

Der nächste Stopp: Das Städtchen Charlottetown auf P. E. I

Im Laufe des Tages hatten wir den Sankt-Lorenz-Strom verlassen. An der Mündung zum Atlantik halten sich normalerweise viele Wale auf. Wir hielten kräftig Ausschau, leider vergeblich. Am nächsten Morgen erreichten wir Charlottetown. Das charmante Städtchen mit ca. 36.000 Einwohnern ist die Hauptstadt der kleinsten Provinz Kanadas, Prince Edward Island

Am Hafen ging es sehr geruhsam zu. Kein Vergleich zu den kreuzfahrtgeschädigten Destinationen im Mittelmeer. Hier legen nur selten Kreuzfahrtschiffe an, und die Einwohner freuen sich über die Touristen, die ihr Städtchen besuchen.

Charlotte Town Kanada
Charlottetown ist eine hübsche, beschauliche Kleinstadt, mit bunten Holzhäusern, zahlreichen Kirchen, Museen, Restaurants und kleinen Geschäften.

Das Kleinstädchen wirkt durch die bunten Holzhäuser sehr pittoresk. Manchmal hat man das Gefühl, als wäre die Zeit stehen geblieben. Berühmt ist die Eisdiele oben auf dem Foto, wo es angeblich das beste Eis der Welt gibt. In jedem Reiseführer ist sie erwähnt, und Sarah wollte natürlich testen, ob das mit `World´s best ice cream´ stimmt. Wir haben auch probiert und waren einstimmig der Meinung: Nein, es stimmt nicht. Aber die selbstgemachten Waffelhörnchen schmeckten super 🙂 Dafür haben wir einen guten Riecher, was schöne Rooftop-Bars anbelangt. Irgendwie finden wir die immer…

Ein bisschen Sighseeing haben wir, neben Eisessen und Getränkchen in der Rooftop Bar, auch gemacht. In dem gelben Holzhaus (oben), dem Beaconsfield Historic House, hat angeblich schon die Queen übernachtet. Man kann es besichtigen. Leuchttürme gibt es wie Sand am Meer, dafür ist die Atlantikprovinz bekannt. Sie sind das Markenzeichen des maritimen Kanadas.

Nach einem wunderschönen Tag auf Prince Edward Island machte sich die AIDAvita wieder auf die Reise. Am nächsten Morgen erreichten wir

Sidney, eine Kleinstadt in Nova Scotia.

Hier gab es nicht viel zu sehen. Von der AIDA aus wurden einige Ausflüge angeboten, die aber schon ausgebucht waren. Wir mußten die Erfahrung machen, dass es in den kleinen Hafenstädtchen kaum die Möglichkeit gab, Ausflüge auf eigene Faust zu unternehmen. Die begrenzten Kontingente an Ausflugsbooten und Bussen sind oftmals schon von der AIDA in Beschlag genommen, so dass einem nichts übrig bleibt, als die (teueren) Ausflüge über die AIDA zu buchen. Oder einen gechillten Tag einzulegen, und die Zeit in einem gemütlichen Pub am Meer an sich vorbeiziehen zu lassen (so wie wir…).

Man sieht kaum Leute auf den Straßen. Es geht sehr gemütlich und geruhsam zu, wie eigentlich überall. Auch Touristen sieht man hier sehr wenige. Und wenn, dann sind es garantiert Mitreisende von der AIDA. Sarah und ihre Freundin gingen nach unserem Spaziergang durch das Städtchen zurück aufs Schiff, wo sie lieber etwas mit ihrer neuen Clique unternahmen. Wir haben (dreimal darfst du raten) wieder eine nette Bar entdeckt, wo wir das sonnige Wetter und die Aussicht aufs Meer genossen haben.

Unser nächstes Reiseziel war Halifax, die Hauptstadt der Provinz Nova Scotia.

Halifax ist eine für die Schiffahrt bedeutende Hafenstadt, die einige Sehenswürdigkeiten und interessante Museen zu bieten hat. Über der Stadt thront eine große, sternförmige Zitadelle. Am Pier 21 (Foto unten), heute ein Museeum, war im 19. Jahrhundert die erste Anlaufstelle für Auswanderer, die neu in Kanada ankamen.

Unweit des Hafens befindet sich das Schifffahrtsmuseum mit einer interessanten Titanic Ausstellung. Halifax spielte eine traurige Rolle, als bei  dem Schiffsunglück im Jahr 1912 zirka 1.500 Menschen ums Leben kamen. Die wenigen Überlebenden wurden nach New York gebracht, die Toten nach Halifax, wo sie begraben wurde.

Von Halifax aus machten wir mit dem Taxi einen Ausflug nach Peggy´s Cove.  Das kleine Fischerdörfchen an der felsigen Ostküste von Nova Scotia ist ein beliebtes Ausflugsziel. Der Leuchtturm ´Peggy´s Point´ ist eines der meistfotografierten Spots in ganz Kanada. In Peggy´s Cove wimmelte es von Touristen. Wie man sieht, hatte zwischenzeitlich das Wetter gedreht. Es war windig und regnerisch, aber sehr passend zur Location.

Peggy´s Cove Nova Scotia
Der kleine Fischerort Peggy´s Cove ist ein Touristen-Hotspot. Der Leuchtturm auf den Klippen ist ein beliebtes Fotomotiv.

St. John´s – die bunte Provinzhauptstadt Neufundlands und Labrador.

Nach einem weiteren Tag auf See erreichten wir Neufundland und Labrador, wo das Schiff im Hafen der Provinzhauptstadt St. John´s anlegte.

Hier hatten wir rechtzeitig ein Auto gemietet, und konnten deshalb auf eigene Faust die Umgebung erkunden. Wer in St. John´s ist, kommt an einem Besuch der Kultbrauerei Quidi Vidi im gleichnamigen Fischerörtchen nicht vorbei.

Die bunten Holzhäuser sind das Wahrzeichen St. John´s. In der Mitte rechts ist die Quidi Vidi Brewery zu sehen. Am Seafood-Imbiss davor gab es die besten Fish & Chips, die ich je gegessen habe.

Nächster Stopp auf unserer Sightseeing-Tour war der „Signal Hill“, ein kleiner Berg über der Stadt mit einer Zitadelle aus dem 17. Jahrhundert. Von hier aus kann man, mit viel Glück, einen atemberaubenden Blick über die Küste und den Atlantik genießen. Aber es ist eher selten, dass in Neufundland die Sonne scheint. Meist ist es nebelig und regnerisch. Leider auch an diesem Tag, und wir konnten vor lauter Nebel kaum die Hand vor dem Gesicht erkennen.

Eine weiterer Hotspot Neufundlands ist Cape Spear, wo sich einer der ältesten Leuchttürme der Insel und außerdem der östlichste Punkt Nordamerikas befindet. Eigentlich wollten wir hier eine kleine Wanderung entlang der Felsenküste machen, was leider durch das Nebelwetter vereitelt wurde.

Auf Neufundland regnet es häufig und dichter Nebel ist an der Tagesordnung. Eine schaurig, schöne Atmosphäre, die zum rauhen Atlantikklima passt.

3 Fun Facts über Neufundland und Labrador

  • Immer an erster Stelle: St. John´s, die Hauptstadt Neufundlands, ist die älteste Stadt Nordamerikas.
    1901 gelang es Marconi, in St. John´s das erste transatlantische Funksignal, das aus Cornwall/England gesendet wurde, zu empfangen.
    St. John´s war der Startpunkt für den ersten Non-Stop-Atlantik-Flug. Das Ziel lag in Connamera in Irland.
  • Quidi Vidi ist nicht etwa der Name einer lustigen Comicfigur, sondern der eines kleinen Fischerdörfchens bei St. John´s. Hier befindet sich die Quidi Vidi Brewery, wo das legendäre Iceberg Beer aus dem geschmolzenen Wasser eines Eisbergs gebraut wird.
  • An durchschnittlich 206 Tagen pro Jahr liegt Neufundland unter einer dicken Nebeldecke.

Unsere nächste Destination: Corner Brook an der Westküste Neufundlands.

Hier erwartete uns eines der Highlights unserer Reise: eine spektakuläre, 2-stündige Zipline-Tour über Wasserfälle, Schluchten und Baumgipfel.  Gut gesichert, mit Helm und Sicherheitsleine, saust man 9 lange Ziplines mit bis zu 30 km/h hinunter, bis man wieder unten im Tal ankommt.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort…

Nur durch eine glückliche Fügung hatten wir noch 3 Ausflugstickets ergattert. Die Zipline-Touren am Anlegetag waren ausschließlich über die AIDA buchbar, aber die Tickets waren bereits zu Beginn der Reise komplett ausverkauft. Wir standen irgendwo weit unten auf der Warteliste. Sarah war total enttäuscht, weshalb wir ab und zu am Counter nachfragten, ob vielleicht doch jemand kurzfristig abgesagt hätte. Am Vorabend wollten wir es ein letztes Mal versuchen, aber die AIDA-Mitarbeiterin schüttelte nur bedauernd mit dem Kopf. Da drängelte sich eine Frau von hinten an uns vorbei an den Tresen, und winkte  -kaum zu glauben- mit genau 3 Karten, die sie zurückgeben wollte. Eigentlich war die Rückgabefrist schon vorbei, und normalerweise wäre die Frau auf den teuren Ausflugskarten sitzengeblieben. Die Mitarbeiterin am Counter machte eine Ausnahme, und schrieb die Tickets kurzerhand auf uns um. Wir waren glücklich, und die Frau auch. Wenn das keine Fügung des Schicksals war?

Noch ein Seetag…

Am nächsten Tag führte die Route über den Atlantik zurück in Richtig Sankt-Lorenz-Strom. Wir verbrachten einen weiteren, entspannten Tag an Bord. Wie schon erwähnt, tummeln sich Wale an der Mündung zum Sankt-Lorenz-Strom. Diesmal hatten wir mehr Glück und konnten einige Wale beobachten, die das Schiff ein Stückchen begleiteten.

Am vorletzten Tag unserer Reise legte die AIDAvita in Havre-Saint-Pierre an, einem Örtchen ohne besondere Sehenswürdigkeiten, bevor wir wieder in den Hafen von Montreal einliefen. Eine ereignis- und abwechslungsreiche Reise ging damit zu Ende. Mit nach Hause nahmen wir viele neue Eindrücke und schöne Erinnerungen. Besonders beeindruckt hat uns die herausragende Freundlichkeit und die Lebensfreude der Kanadier. Wie schön wäre es gewesen, hätten wir eine Portion davon nach Deutschland mitnehmen können…

Immer wieder schön: Reisen mit der AIDA

Die Kreuzfahrt mit der AIDAvita war meine vierte Reise mit AIDA Cruises. Mir gefällt diese Art zu reisen sehr, da man innerhalb kurzer Zeit viel sehen und entdecken kann, und dabei die Erholung und der Spaß nicht auf der Strecke bleiben. Besonders für Familien mit Kindern ist eine AIDA-Kreuzfahrt eine tolle Sache. An Bord ist für Kids und Teens jeden Alters viel geboten, und an Spielgefährten mangelt es auch nicht. Wenn man Glück hat, sieht man seine Youngsters höchstens mal von der Ferne oder man trifft sich zufällig am Burger-Grill. Bei unserer Reise waren auch viele Senioren mit an Bord. Für ältere Leute ist eine Kreuzfahrt eine super Möglichkeit, sich ohne große Strapazen noch etwas von der Welt anzusehen.

Natürlich ist mir bewußt, dass Kreuzfahrten nicht gerade gut für unsere Umwelt sind. Deshalb käme es für mich nicht in Frage, jedes Jahr eine Kreuzfahrt zu machen oder, so wie viele der Mitreisenden, sogar mehrmals im Jahr. Glücklicherweise tut sich in den letzten Jahren in Punkto Ökologie sehr viel. Das neue Schiff der AIDA-Flotte, das im Frühjahr 2021 vom Stapel laufen soll, wird nicht mehr mit Schweröl, sondern mit emissionsarmem Flüssiggas betrieben. Auch die anderen AIDA Kreuzfahrtschiffe werden nach und nach umgerüstet und mit umweltfreundlichen Technologien ausgestattet. Sofern angeboten, beziehen die AIDA-Schiffe während der Liegenzeiten an den Häfen Grünen Strom.

Die Reise entlang Kanadas Ostküste wird leider in dieser Form nicht mehr angeboten. Die Route beinhaltete einige Stopps in kleinen Hafenstädtchen, die nicht so interessant waren. Die Kapazitäten vor Ort, Ausflüge zu benachbarten Sehenswürdigkeiten anzubieten, sind beschränkt. Ein abgelegenes Örtchen mit knapp 10.000 Einwohnern kann verständlicherweise nicht mit so vielen Booten und Bussen aufwarten, um die zirka 1.000 Kreuzfahrt-Touristen mit Ausflügen zu versorgen. Das ist unschön für die Reisenden, und ganz schlecht für die AIDA, die ja ansonsten recht gut an den Ausflügen verdient. Statt unserer Route fährt die AIDA nun von Montreal nach New York, und macht in Kanada lediglich Zwischenstopp in Quebéc und Halifax. Ich persönlich finde es schade, denn mir haben die rauhen Atlantikprovinzen sehr gefallen. Und wann im Leben kommt man schon einmal nach Neufundland?

Hast du schon einmal eine Kreuzfahrt gemacht? Falls nicht, hättest du Lust darauf? Mein Tipp: Bei AIDA gibt es mittwochs die sogenannten „First Minute Angebote“. Je schneller man bucht (also gleich morgens), um so günstiger kann man eine Reise ergattern. Meist ist bei diesen Angeboten sogar der Flug für die Anreise inklusive. Leider gibt es nicht alle Routen „First Minute“ und man braucht eine gewisse Flexibilität beim Reisedatum.

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Ich danke dir, dass du die Geduld aufgebracht hast, meinen (mal wieder) ewig langen Reisebericht zu lesen und grüße dich

♥-lich

Birgit

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6 comments

  1. Wow ich habe den ganzen Post gelesen. JEdes Wort verschlungen. Ich guck so gern Reisen und Reiseberichte, vielen Dank hierfür. Gerade weil ich dort wohl nie hinfahren werde, finde ich es doppelt interessant zu lesen. ICh glaube auch dass eine Kreuzfahrt eine gute Möglichkeit ist, allerdings die Orte und Länder nur kurz „anzureisen“ Vertiefen kann man da natürlich nichts. Aber man kann ja auch nochmal hinreisen, gezielt.
    Freunde von uns machen seit einiger Zeit jedes Jahr eine Kreuzfahrt um noch etwas von der Welt und ferne Länder zu sehen. Die buchen ihre Ausflüge schon immer zuhause und privat über das Internet, nicht bei Aida.
    Aber ihr habt ja eine tolle Mischung gehabt. Auf so eine Zippline würde mich niemand bekommen, ich hab irre Höhenangst. Und vielleicht würde die Leine bei meinem Gewicht durchhängen bis zum Boden :))
    Schönen Sonntag, liebe Grüße Tina

  2. 🙂 Liebe Birgit,
    das ist aber auch ein toller Reisebericht! Eine super schöne Reise, die Ihr da gemacht habt!
    An einer Kreuzfahrt, so wie Ihr sie gemacht habt, gefällt mir, dass man sich alles anschauen kann. So bekommt man die Möglichkeit vieles zu entdecken, was, man sonst vielleicht nicht sehen würde.
    Schönen Abend und liebe Grüße
    Claudia 🙂

  3. Liebe Birgit, auch ich hab Deinen Reisebericht „verschlungen“, super-interessant und spannend! Bisher wusste ich auch nur, wo Neufundland liegt, aber stimmt: normalerweise würde man da wohl nicht hinkommen. Superspannend fand ich auch Deine „fun-facts“, z.B. dass es in Montreal so eine unterirdische Stadt gibt oder dass in Quebec nur 1/3 der Leute Englisch können – ich wusste zwar, dass die Menschen französisch sprechen, dachte aber, dass alle auch Englisch sprechen, man ist ja in Kanada!
    Du, ganz ehrlich: als ich Deinen Bericht so las, habe ich tatsächlich ein paar meiner Vorurteile über Kreuzfahrten verloren, denn das was Du schreibst, klingt überhaupt nicht langweilig und/oder „dekadent“ (das waren meine Vorurteile!). Außerdem kommt es sicher stark darauf an, wohin man fährt! Venedig würde es sicher nicht :-)))
    Danke für den tollen Bericht und liebe Grüße, Maren

  4. Liebe Maren,
    freut mich, dass mein Reisebericht interessant für dich war. Eine Kreuzfahrt, zumindest auf der AIDA, ist echt weder dekadent, noch exklusiv. Eher gechillt und unkompliziert. Und das schönste ist, dass hier Jung und Alt zusammen Urlaub machen. Man sitzt ja bei den Mahlzeiten oft mit anderen Leuten aller Altersklassen am Tisch. Gerade die Senioren haben viel Interessantes erlebt und zu erzählen. Das finde ich toll. Wir haben aber auch mit zwei jungen Paaren, Mitte 20 und Anfang 30, viel unternommen und lustige Abende in der Bar verbracht. Also lockerer, generationenübergreifender Urlaub… Wenn man mit Anzug und Abendkleid verreisen möchte, muss man auf die Queen Elisabeth 🙂
    Herzliche Grüße
    Birgit

  5. Liebe Claudia,
    ja, die Reise war echt schön. Und wir haben Orte gesehen, wo wir ansonsten garantiert niemals hingekommen wären.
    Herzliche Grüße
    Birgit

  6. Liebe Tina,
    wir werden es bei der nächsten Kreuzfahrt (wir liebäugeln mit Mittelamerika, aber erst in 2 oder 3 Jahren) auch so machen, dass wir uns von zuhause aus um unsere Ausflüge kümmern. Manchmal geht es leider nur über die AIDA, aber wenn man rechtzeitig dran ist, bekommt man wenigstens noch einen Platz.
    Also, das Gewicht ist ganz bestimmt kein Ausschlußkriterium für die Zipline. Aber mit Höhenangst ist das wirklich nichts.
    Herzliche Grüße, Birgit

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